PKW – Kaufvertrag

Wenige Schritte zum eigenen Auto

Russen wollen ihre Automobilindustrie ankurbeln


Nachdem die Übernahme von Opel gescheitert ist, will die russische Regierung die Autoindustrie des Landes stark ausbauen. So hat die russische Autoindustrie neue Konzepte für Entwicklung und Ausbau der russischen Wirtschaft ausgearbeitet.

Laut dem russischen Minister für Industrie, Christenko, erhalten russische Automobilfirmen innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 600 Milliarden Rubel (ca. 14 Milliarden Euro). Rund vier Milliarden Euro davon werden vom russischen Staat übernommen, der Rest soll von ausländischen Investoren getragen werden.Ursprünglich wollte Russland ausländische Firmen aufkaufen, da aber die Übernahme von Opel gescheitert ist, setzt man jetzt verstärkt auf heimische Unternehmen.

Die russische Automobilindustrie hat in den letzten 20 Jahren wenig auf Forschung gesetzt, die Technik wurde kaum verbessert. Die russische Regierung schützte die heimische Industrie durch sehr hohe Importzölle für ausländische PKWs. Doch trotz der hohen Importkosten sank der Marktanteil russischer Firmen gegenüber dem Import ausländischer Autos um ein Vielfaches. Russlands größter Automobilhersteller Avtovaz (stellt auch Lada her) hätte ohne Finanzspritze des russischen Staates schon des öfteren Konkurs anmelden müssen. Der Automarkt des Landes hatte einen Einbruch bei Neuwagenkäufen um rund die Hälfte zu verzeichnen.

Laut internationalen Finanzberatern solle der Neuwagenmarkt Russlands 2010 wieder um 15 Prozent steigen. Die Verkaufszahlen, die vor der Krise erreicht wurden sollen 2013 wieder erreicht werden. Da in Russland die Autos rund doppelt so lange gefahren werden wie in Europa (fast 12 Jahre im Durchschnitt) und die Autodichte auch nur halb so hoch wie die europäische sei, sei ein überdurchschnittliches Wachstum in den nächsten Jahren wahrscheinlich. Da die Technologie weder im internationalen Vergleich und selbst in Russland nicht konkurrenzfähig sei, sei laut russischem Industrieministerium auch eines der Hauptprobleme. Russland will daher in Zukunft Automobile auf neuestem technologischen Stand bauen um wieder heimischer Marktführer zu werden, und um PKWs erfolgreich exportieren zu können.

Laut der russischen Branchenagentur Avtostat sei jedoch die Chance verpasst worden um in den westlichen Industrienationen in den nächsten Jahren konkurrenzfähig zu sein. Neuer Hauptpartner des russischen Automobilmarktes sollen westliche Autokonzerne sein, viele westliche Automobilhersteller sind in Russland bereits in Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. So ist beispielsweise Renault zu nennen, die Franzosen haben bereits einen Anteil von 25 Prozent am russischen Automobilhersteller Avtovaz.

Innerhalb der nächsten vier Jahre soll Avtovaz mithilfe von Renault drei neue Modelle auf westlichem Standard produzieren. Renault will dafür allerdings auch russische Staatshilfe in Form finanzieller Unterstützung in Anspruch nehmen. Seit Anfang 2010 wurde die Kapazität in der Moskauer Fabrik von Avtovaz und Renault auf 160 000 PKW jährlich erhöht. Außerdem plant Renault den Marktanteil von knapp 5 auf 10 bis 15 Prozent zu erhöhen. Ob sich jedoch auch westliche Kunden beim Autokauf für russische Fahrzeuge entscheiden werden, hängt wohl zum Großteil von der Entwicklung der künftigen russischen Automobilindustrie ab.

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