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PKW – Kaufvertrag
Wenige Schritte zum eigenen Auto
Sprit ist nicht der Hauptkostentreiber
Wer am Montagmorgen mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit war, der glaubte seinen Ohren nicht trauen zu können und bekam den Eindruck als habe Bundespräsident Horst Köhler einen direkten Draht zu den Ölmultis. An vielen Tankstellen, vor allem im Rhein-Ruhr-Raum, war seine Forderung nach höheren Benzinpreisen bereits Wirklichkeit geworden. Hier kostete ein Liter Super bereits 1,45 Euro und damit deutlich mehr als in den Tagen zuvor.
Natürlich hatten die hohen Preise nichts mit der Forderung Köhlers zu tun. Denn es konnte wohl niemand damit rechnen, dass das Oberhaupt des Staats ganz plötzlich über Nacht mehr Umweltbewusstsein von seinen Bürgern verlangen und darüber hinaus auch eine höhere Steuer für Benzin. In einem Fokus-Interview erklärte er, dass darüber nachgedacht werden sollte, ob es nicht besser sei, wenn die Spritpreise tendenziell höher sind, als wenn sie tendenziell niedriger sind. Damit hatte er die Öffentlichkeit nicht gerade auf seiner Seite. Dies lag wohl auch nicht zuletzt an seiner Aussage, dass der Preis noch immer das stärkste Signal ist, damit die Menschen ihr Verhalten ändern.
In der Regierungs- und Wirtschaftswelt ist die vorherrschende Meinung nach wie vor, dass die momentanen Benzinpreise eher zu hoch als zu niedrig sind. Dem Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU blieb es vorbehalten den Vorstoß des Präsidenten durch Niederungen des Alltags auszubremsen. Er erklärte, dass die Ökosteuer mit der künstlich hervorgerufenen Verteuerung des Benzins auch gut zehn Jahre nach ihrer Einführung keinerlei Lenkwirkung gezeigt hat. Gefahren wird nach wie vor genauso viel wie schon immer.
Wer in die Vergangenheit blickt, der sieht, dass Ramsauer Recht mit seiner Aussage hat, denn es muss schon sehr viel passieren, damit der deutsche Autofahrer wirklich vom Gas geht. Die erste Ölpreiskrise im Jahr 1973/74 hat zwar dafür gesorgt, dass weniger Auto gefahren wird, jedoch hat es nicht lange gedauert, bis alles wieder vergessen war. Auch im Jahr 1980 hielten die Autofahrer noch einmal ganz kurz inne, weil der Benzinpreis die Marke von einer Mark pro Liter überschritt. Wird der Verkehrsexperte von Greenpeace, Wolfgang Lohbeck, gefragt, möchte er genau eine solche psychologische Hürde. Er ist der Ansicht, dass es bei vielen Menschen ein Umdenken geben wird, wenn beim Preis eine zwei vorne steht. Ebenfalls ist er der Meinung, dass dieses schleppende Anziehen des Preises einen Gewöhnungseffekt hat und das so womöglich auch ein Preis von 1,90 Euro pro Liter nicht dazu führen würde, dass sich das Fahrverhalten ändert.
Trotzdem findet er die Ansicht Köhlers sehr gut und das nicht nur aus Klimaschutzgründen. Er sagt, dass der Preis für den Kraftstoff an den Tankstellen in den nächsten fünf bis zehn Jahren doppelt so hoch werden wird, da es ein knappes Gut darstellt. Dies womöglich sogar sprunghaft aufgrund von politischen Entscheidungen oder auch Terroranschlägen. Wenn der Staat mit höheren Steuern den Preis kontinuierlich ansteigen lässt, nimmt er die Preisgewalt in die Hand und überlässt sie nicht den Ölmultis.
Jedoch ist der Anteil der Benzinkosten am Gesamtaufwand für ein Auto in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Die Preise für Sprit haben sich in den vergangen 30 Jahren verdoppelt, die Preise für einen Neuwagen wurden sogar verdreifacht. Zwischen den Jahren 2008 und 2009 waren es eher die Reparaturen in der Werkstatt und die KFZ-Versicherungen, die dafür gesorgt haben, dass die Kosten stiegen.
Vergleicht man die Spritkosten mit dem Einkommen der Menschen, sind diese sogar im Laufe der Jahrzehnte immer günstiger geworden. Beispielsweise musste ein Industriearbeiter aus Westdeutschland 1960 14 Minuten für einen Liter Benzin, der 30 Cent kostete, arbeiten. In der heutigen Zeit sind es noch lediglich fünf Minuten. Doch das, was die meisten Autofahrer an den teuren Preisen ärgert ist die Tatsache, dass 60 Prozent des Preises an den Staat geht. Genauso können Daten widerlegen, dass Sprit-Einsparungen eine große Umweltentlastung bringen. So machen die Autoabgase lediglich nur 13 Prozent der CO2-Belastung in Deutschland aus.
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